Klaus Eck

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Klaus Eck, Herausgeber des PR-Bloggers, ist Kommunikationsberater und Reputation Manager. Er hilft Unternehmen beim Aufbau einer eindeutigen Online-Reputation. Er hat die Bücher "Corporate Blogs" und "Karrierefalle Internet" geschrieben und ist Deutschlands führender Experte in Sachen "Personal Branding".

Herr Eck, bitte zum Start eine kurze Definition und historische Herleitung: Was ist Personal Branding?
Klaus Eck: Jeder Mensch ist letztlich eine Marke, mit der er/sie pfleglich umgehen sollte. Gerade in Krisenzeiten kommt es darauf an, sich positiv von anderen zu unterscheiden und aufzufallen. Das Personal Branding erlaubt es, die eigenen Stärken zu betonen und in der (digitalen) Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Erstmals hat Tom Peters das Konzept im Jahre 1997 in der Zeitschrift Fast Company vorgestellt und später daraus sogar ein Buch gemacht. Die Zeitschrift hatte sich zumindest in der Anfangszeit ihres Erscheinens ganz dem Personal Marketing und der Gestaltung des Arbeitslebens gewidmet. Peters Konzept hat in den Anfangszeiten der New Economy viele Menschen dazu ermutigt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und sich als Unternehmer selbstständig zu machen. Denn das ist die letzte Konsequenz des Personal Brandings: selbstverantwortlich zu agieren und sich nicht mehr als Spielball anderer zu betrachten.

Warum muss heute jeder eine Marke sein? Und warum wird das in Zukunft noch wichtiger werden?
Eck: Deutschland muss sich langsam davon verabschieden, sich als Industriestandort zu definieren und dieses um jeden Preis mithilfe von zweifelhaften Abwrackprämien zu erhalten. Stattdessen sollten wir uns zu einer Wissensökonomie entwickeln, in der die Kreativität zum wichtigsten Standortfaktor wird. Nur in diesem Bereich sehe ich noch hoffnungsvoll in die Zukunft. Doch in den Creative Industries sind die besten Wissensarbeiter gefragt, die selbstständig agieren und ihren Beitrag zu einem Unternehmen leisten. Je mehr wir es erleben, dass Unternehmen lieber mit flexiblen Freien oder Zeitarbeitern zusammenarbeiten als mit Festangestellten, desto mehr kommt es auf das Personal Branding an. Schließlich sind externe Mitarbeiter schnell austauschbar und müssen einen klaren USP, also ein Alleinstellungsmerkmal haben, damit sie in der Zusammenarbeit attraktiv bleiben. Hierbei geht es gar nicht um schlechter bezahlte Arbeitskräfte, sondern um High Potentials, Facharbeiter und Kreative, die vielleicht sogar weltweit ihren Personal Brand anbieten und damit aufgrund ihrer hohen Qualifikation sehr erfolgreich sind.

Was muss der Arbeitnehmer von heute wissen und tun, um sich zu vermarkten?
Eck: Wer sich selbst gut vermarkten will, muss natürlich zunächst seine Fähigkeiten in der Ausbildung entsprechend entwickeln, sich auf bestimmte Wissensgebiete spezialisieren. Inzwischen ist das Internet das entscheidende Medium für das Personal Branding, weil jeder hierbei sehr schnell erfolgreich sein kann, wenn er es versteht, seine Leistungen adäquat darzustellen, und andere darüber sprechen. Je verlässlicher der Einzelne in seiner Online-Kommunikation ist, je klarer das Online-Profil, desto leichter wird er sich mit dem Personal Branding tun. Deshalb sollten Sie immer als Erstes eine eigene Webadresse unter Ihrem Namen anmelden, darunter ein Personal Blog anlegen oder eine Weiterleitung zu einem Online-Profil (Facebook oder Xing) einrichten. Das Social Networking – die Pflege Ihrer sozialen und beruflichen Beziehungen - spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg Ihres Online-Reputation-Managements.

Gilt all das nur für Selbstständige oder auch für Festangestellte?
Eck: Gerade für Selbstständige ist die Selbstvermarktung essenziell. Doch im Prinzip sollte sich auch jeder Angestellte als Personal Brand verstehen, weil er aufgrund der ihm zugeschriebenen Fähigkeiten eine Laufbahn in seinem Unternehmen einschlägt – oder auch nicht. Zudem muss heute jedermann mit einem Jobwechsel rechnen. Die Verbleibdauer in einem Unternehmen wird immer kürzer. Daher gibt es eigentlich kaum noch Festangestellte im eigentlichen Sinne des Wortes. Wer keine Angst vor einem Wechsel haben will, sollte sich darauf gut vorbereiten, indem er seinen Personal Brand mit all seinen Qualitäten entsprechend online sichtbar macht.

Müssen wir angesichts der Krise unser Leben neu erfinden? Was bedeutet das fürs Selbstmarketing?
Eck: Die beste finanzielle Absicherung besteht nicht mehr in einer Versicherung oder vergleichbaren Geldanlage, sondern in dem Aufrechterhalten der eigenen künftigen Chancen. Wenn Sie heute mit 45 Ihren Job verlieren, kann dies das gesellschaftliche Aus bedeuten oder ist zumindest mit enormen finanziellen Einschränkungen verbunden. Wer nicht mehr an eine rentenbasierte Absicherung glauben kann und aufgrund kommender nicht absehbarer gesellschaftlicher Entwicklungen eher pessimistisch ist, sollte vor allem in sein Vermögen – dem Personal Brand - investieren. Das heißt: gesund leben und sich ständig fortbilden, neugierig bleiben. Es reicht längst nicht aus, nur sein heutiges ICH zu vermarkten. Ein erfolgreiches Selbstmarketing basiert darauf, sich immer auch künftige Chancen zu eröffnen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

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Zitate aus Meconomy

»Starting your own business is risky, but the recent economic turmoil suggests that we should recalibrate our notions of safety. The working world used to be divided into safe but boring jobs, and exciting but risky ones. Of late, many of the supposedly safe professions have been decimated – which should help us let go of illusions of safety.«

— Alain de Botton, Monocle‚ Small Business Guide’ 2009/10

»Die Wirtschaftskrise hat etwas Gutes. Sie ist so tiefgreifend und systemerschütternd, dass plötzlich Raum entsteht für Fragen: Wie haben wir eigentlich gelebt? Was war uns wichtig, was waren unsere Werte? Soll das so weitergehen? Und: Wie wollen wir eigentlich leben?«

— Claudia Voigt, Der Spiegel

»Glauben Sie an das, was Sie tun? Jeden Tag? Es stellt sich heraus, dass glauben eine brillante Strategie ist. Immer mehr Menschen merken gerade, dass sie sehr viel arbeiten und dass es sehr viel befriedigender ist, an etwas zu arbeiten, an das sie glauben und Dinge zu bewegen, als einfach nur jeden Monat sein Gehalt zu bekommen und darauf zu warten, gefeuert zu werden (oder zu sterben).«

— Seth Godin, Management-Autor

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